Warum Probleme lösen glücklich macht ...
...und was Klettern oder Bouldern mit Achtsamkeit und Meditieren zu tun hat.

Häh? Meditieren… das ist doch das mit still in der Ecke sitzen, Augen zu und an nix denken?!
Ja fast richtig. Doch Meditieren hat nicht zwangsläufig etwas mit still rumsitzen zu tun, denn es gibt viele Arten der Meditation, auch in Bewegung. Was alle diese Arten gemeinsam haben, sind Konzentration und Achtsamkeit.
Achtsamkeit?
Noch so ein neumodernes Pseudo-Hippie-Wort… Auch fast richtig.
Das Thema Achtsamkeit erlebt momentan einen großen Zulauf, denn es bildet sozusagen einen gewissen Gegenpol zu unserer schnelllebigen Leistungsgesellschaft. Es ist mittlerweile normal, gefühlt alles gleichzeitig zu machen, wobei die to do Liste trotzdem immer länger wird.
Im Gegensatz zu dieser alltäglichen Reiz- und Stressüberflutung geht es bei der Achtsamkeit darum, das Umfeld und das innere Erleben ganz bewusst wahrzunehmen. Sich auf das zu konzentrieren, was hier und jetzt gerade passiert, ohne es zu beurteilen. Den Fokus auf nur eine Sache, nämlich auf das Gegenwärtige, zu legen und das auch anzunehmen.

Klingt anstrengend oder?

Viele kennen diesen Zustand vielleicht vom Sport, vom Laufen zum Beispiel, oder erleben das beim Malen oder Musizieren. Dieses völlige Vertiefen und Aufgehen in einer Tätigkeit, also nicht zwingend beim Nichts Tun, nennt der Psychologe Mihaly Csiksentmihaly „Flow“. Den Flow erlebe ich beim Klettern und beim Bouldern.
Mal unter uns gesagt: was Anderes bleibt Dir gar nicht übrig, als Dich komplett auf Deine aktuelle Bewegung an der Wand zu konzentrieren. Denn wer hektisch an den späteren Einkauf oder sorgenvoll an den nächsten Arbeitstag denkt, bleibt nicht lange an der Wand, wenn Du verstehst was ich meine. Du bist so darauf fokussiert, deine Arme und Griffe und deine Füße und Tritte an der Wand zu koordinieren, da bist du automatisch im Hier und Jetzt. Und das Schöne am Klettern ist, es lässt sich auf jede Leistungsstufe anpassen. Sowohl ein Mensch mit einer Einschränkung durch beispielsweise eine Behinderung, als auch der hochambitionierte Breitensportler, jeder kann klettern und jeder kann gefordert werden!
Und noch weiter: jeder kann dabei Erfolgserlebnisse haben.

Was war Dein letztes Erfolgserlebnis?

Meines war, als ich mehrere Wochen lang an einer bestimmten Boulder Route getüftelt habe und sie dann endlich geschafft habe. Hui war ich stolz! Ich war so stolz, dass ich es jedem erzählen musst, ob er oder sie es hören wollte oder nicht. Ja richtig gelesen… man darf stolz auf sich sein. Das ist wichtig! Und das tut gut.
Es macht glücklich, etwas zu bewältigen, von dem man dachte, dass man es entweder nicht kann oder, von dem man dachte, dass es sehr schwer werden wird. Beim Bouldern ist das so: wenn Du die Route gleich beim ersten Mal schaffst, dann war sie zu leicht.
Bouldern ist nichts Anderes als Problemlösen an der Wand. Du stehst an Ausgangspunkt A (unten an der Matte), hast Bedürfnis B (nach oben zu kommen) und musst nun mit den zur Verfügung stehenden Mitteln C (die Griffe und Tritte an der Wand, sowie Deine körperlichen Fähigkeiten) einen Weg von A nach B finden. Und jetzt stell Dir mal vor, das macht auch noch Spaß.
Es macht Spaß, sich Lösungswege zu suchen und auszuprobieren. Sich mit anderen Boulderern und Kletterern auszutauschen, sich inspirieren zu lassen und vielleicht gemeinsam Techniken und Wege zu finden. Nicht jede Technik und nicht jeder Weg funktioniert für Alle gleich, sondern Jeder hat seinen individuellen Ansatz. Was? Problem lösen soll auch noch Spaß machen?

Sehr gerne möchten wir Dich zu unserem kommenden Boulder Workshop „Juhu – ein Problem“ im KletterZ Weyarn einladen. Sieh selbst, was in dir steckt und entdecke eine tolle neue Sportart.

Sabrina Stadler
Sabrina Stadler
Millennial. Sportwissenschaftlerin. Trial and Error - Methodikerin, Naturliebhaberin, Traumtänzerin und Weltverbessererin.

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