Wie Deine Wahrnehmung Dein persönliches Glück beeinflusst
„Wenn es regnet, freue ich mich, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch“ (Karl Valentin)

Deine Wahrnehmung ist das, was Du für wahr nimmst. Das bedeutet, jeder hat seine eigene Wahrnehmung und daher auch seine eigene Realität. Das erkannte auch schon Ernest Hemingway: „Wir sehen die Welt nicht so wie sie ist, sondern wir sehen die Welt so wie wir sind“.

Jetzt wirst Du dich bestimmt fragen, was Deine Sichtweise der Dinge mit Deinem Glück zu tun hat. Mal ganz abseits der Floskel „Sieh´s doch mal optimistisch“.
Schauen wir uns zuerst an, was denn überhaupt Glück bedeutet. Die Definition, die der Duden an erster Stelle bringt, lautet: „etwas, was Ergebnis des Zusammentreffens besonders günstiger Umstände ist; besonders günstiger Zufall, günstige Fügung des Schicksals“.

Also etwas, was man eigentlich nicht beeinflussen kann. Nun ja darüber könnte man streiten.

An zweiter Stelle definiert der Duden Glück so: „angenehme und freudige Gemütsverfassung, in der man sich befindet, wenn man in den Besitz oder Genuss von etwas kommt, was man sich gewünscht hat; Zustand der inneren Befriedigung und Hochstimmung“.

Tja, wenn ich jeden Tag haufenweise Geschenke und Komplimente bekommen würde und alles so laufen würde, wie ich mir das vorstelle, dann wäre das ja ganz leicht mit der freudigen Gemütsverfassung und der Hochstimmung.

So läuft´s aber leider nicht. Willkommen im Leben.
Ja richtig, wenn es beschissen läuft, wenn mir mal wieder jemand einen Strich durch die Rechnung macht und etwas so überhaupt nicht funktionieren will, dann bin ich mies drauf. Richtig verletzt oder wütend. Natürlich zerfließ ich in Selbstmitleid und brauche vielleicht ein Ventil, über das ich meinem Ärger Luft machen kann und natürlich stampf ich mit dem Fuß in den Boden wie ein kleines Kind.
Das ist völlig in Ordnung.
Kleine Kinder gehen übrigens psychologisch gesehen gesünder mit ihren Emotionen um, als ein Erwachsener, nur mal so am Rande.
So weit so gut. Nun ist es wissenschaftlich bewiesenermaßen so, dass jeder Gedanke, ob bewusst oder unbewusst gedacht, immer eine Reaktion auf der Körper- und der Gefühlsebene verursacht. Das glaubst Du nicht?
Denke bitte an eine Zitrone. Denke daran, wie Du in eine frische Zitronenscheibe hineinbeißt.
Was passiert? Läuft Dir vielleicht das „Wasser im Mund“ zusammen? Oder überkommt Dich die Erinnerung und das schöne Gefühl vom letzten kühlen Cocktail in einer lauen Sommernacht mit Freunden? Genau das ist das Prinzip.

Jeder Gedanke verursacht im Gehirn eine biochemische Reaktion, wodurch Botenstoffe ausgeschüttet werden. Bei negativen Gedanken produziert das Gehirn Neuropeptide, auf die der Körper mit Wut oder Ärger reagiert. Denkst Du an etwas, was Dich bedrückt, so fühlst Du beispielsweise ein Engegefühl in der Brust oder einen Schmerz im Bauchraum. Bei positiven Gedanken produziert das Gehirn Glückshormone, wie Dopamin, welches Freude hervorruft. Das bedeutet, Du brauchst nur an etwas denken, was dir Freude bereitet und es taucht ein Gefühl der Freude auf, wie zum Beispiel Schmetterlinge im Bauch.Durch diesen Mechanismus werden deine Gedanken unmittelbar zur Wirklichkeit und Deine Beurteilung der Wahrnehmung hat einen direkten Einfluss auf Deine Gefühle.
Deinem Körper ist es völlig egal, ob etwas real oder ausgedacht ist, der Wirkmechanismus ist der Gleiche. Es ist egal ob der Stress tatsächlich existent oder eingebildet ist. Genauso ist es egal ob Du die Mundwinkel einfach so nach oben ziehst oder ob Dir das Leben tatsächlich ein Geschenk, über das Du dich freust, gemacht hat. Der Körper wird Glückshormone produzieren und Du wirst Dich glücklich fühlen.

Deshalb ist die Ausrichtung deiner Wahrnehmung entscheidend für Dein Glücksempfinden.

Damit Dir das mit der Wahrnehmung und dem Glücksempfinden leichter fällt, möchte ich Dir drei Schritte an die Hand geben:

  • Step 1: Beobachte, welche Situation was in Dir auslöst… ja beobachten, sonst erstmal nichts. Nicht beurteilen, nicht verurteilen, nicht weiterdenken oder Konsequenzen ziehen, nur beobachten. Nimm´ diese Beobachtung an, lass sie da sein, egal was du beobachtest, es ist ok.

  • Step 2: Versuche etwas Positives an der Situation zu finden, egal was und egal wie klein oder absurd, aber es gibt an jeder Situation, egal wie beschissen, immer ein Fünkchen Positives zu finden. Finde es!

  • Step 3: Es ist Deine Entscheidung, ob und wie du auf etwas reagierst. Du fühlst Dich bestimmt manchmal als „Sklave“ Deiner Gefühle. Doch Deine Gefühle sind das Wertvollste was Du hast, die dürfen da sein. Es ist Deine Entscheidung, ob Du Dich in ihnen verlierst oder ob Du die Gefühle annimmst und Dich entscheidest, trotzdem glücklich zu sein. Frei nach Karl Valentin „Wenn es regnet freue ich mich, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch“.


Ein kurzes Rechenbeispiel am Ende:
Stell dir vor, du hast 86.400 € auf dem Konto. Jemand klaut dir 10 € davon, wirfst Du die restlichen 86.390 € weg oder freust Du Dich, dass noch so viel übrig ist und nutzt dieses Geld?

Der Tag hat 86.400 Sekunden. Lass dir von jemanden oder etwas, der/das Dir 10 Sekunden vermiest, nicht den ganzen Tag vermiesen, sondern freu´ Dich über das, was noch übrig ist.

Sabrina Stadler
Sabrina Stadler
Millennial. Sportwissenschaftlerin. Trial and Error - Methodikerin, Naturliebhaberin, Traumtänzerin und Weltverbessererin.

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